Mythologie der Heldenreise (nach Campbell)



Mythologie der Heldenreise nach Joseph Campbell

1.  Aufbruch
Aufbruch wegen Konfrontation mit einer Aufgabe oder wegen existierendem Mangel. Der Held lebt nicht für sich selbst, sondern für eine höhere Aufgabe
 
2. Weigerung, Zögern.
Angst Sicherheit oder gewohntes aufzugeben, Freunde oder Familie zurückzulassen, vielleicht für immer
 
3. Die übernatürliche Hilfe.
Mentoren, Helpings Hands lehren oder zeigen ihm, was es braucht, die Herausforderungen zu meistern. Hier entscheidet sich, ob der Held nun bereit zum Aufbruch ist. Motivation jedenfalls ist da, Inspiration ebenfalls. Es ist der Zeitpunkt der Entscheidung, der das weitere Leben ( und vielleicht zu frühes Sterben) bestimmt. Er kann aber auch schlicht durch äussere  Umstände gezwungen werden, zu handeln.
 
4. Aufbruch.
Das überschreiten der ersten Schwelle. Der erste entscheidende Schritt.
 
5. Der Bauch des Walfisches.
Selbstzweifel. Unsicherheit.Ängste. Innere und äussere Dämonen. 
 
6. Der Weg der Prüfungen.
Kämpfe mit sich selbst und den eigenen inneren Wiederständen und gleichzeitig externen Gegnern oder Feinden. Hier entscheidet sich ob der Held stark genug ist, oder ob er scheitert. Gewinnt er diese Kämpfe, dann führt das zur Transformation, zu einem grösseren Selbst. Ein Gefühl der Überlegenheit gegenüber seinem alten Ich.  Nicht anderen gegenüber.
 
7. Die Begegnung mit der Göttin.
Mit der Gegengeschlechtlichkeit. Oder mit der eigenen Polarität, dem Gegenpol in der eigenen Persönlichkeit. Und den Frieden damit zu finden. Akzeptanz = mehr Power.
 
8. Die Frau als Versucherin.
Angenehme Alternative zum Weg des Helden. Aber wer bei ihr zu lange verweilt verfehlt seinen wahren Weg. Die Heldenreise ist zu Ende. Geht er aber weiter, allein oder mit Begleitern die ihm vielleicht helfen oder Motivation geben, falls er einmal mutlos oder antriebslos zu werden droht, dann kann er weiter wachsen. 
 
9. Die Versöhnung mit dem Vater.
Erkenntnis, Teil einer genealogischen Kette zu sein. Der Held trägt das Erbe seiner Vorfahren in sich.  Sein grösster Gegner ist in Wahrheit er selbst. Erkenntnis, dass es gar keine anderen Gegner gibt, ausser ihm selbst. Entwicklung der Fähigkeit in Harmonie mit dem jeweils aktuellen Zeitalter zu leben. Und zwar in Wahrheit, und nicht nur vorgegeben, z.B. mit der Yogamatte unterm Arm.
 
10. Die Apotheose.
In der Verwirklichung des Abenteuers, dem bestehen  grösster Gefahren, der Überwindung gefährlicher Gegner erkennt der Held sein eigenes Potential. Er geht den Weg auf Messers Schneide. Und wenn er auf dieser Seite bleibt und überlebt, dann wird für ihn eine  für andere unabänderliche Ordnung ausser Kraft gesetzt. Er erkennt, dass Er göttliches Potential in sich trägt, oder  einen Splitter göttlicher Kraft. Und das beinhaltet die Erkenntnis, Einfluss auf die eigene Realität zu haben. Sein Leben,  die gelebte Realität  nach eigenem Willen formen oder verändern zu können. Der Held entdeckt die eigene schöpferische Kraft und lehnt ab, dass für ihn gedacht oder gefühlt wird. Er geht mit Gott. Und Gott geht mit ihm. Sein aus den gewonnen  Kämpfen, seinem Überleben tödlicher Gefahren erwachsenes  „Gottvertrauen“ katapultiert ihn in eine neue Dimension der persönlichen Unabhängigkeit. Denn er erkennt, dass er Zugang zur universellen Intelligenz finden kann. 
 
11. Die Segnung.
Durch äussere oder  innere Umstände gelangt er in den  Besitz von geistigen oder physischen Mitteln, mit denen er anderen oder der Welt aus der er aufgebrochen ist, helfen kann.
 
12. Die Verweigerung der Rückkehr.
So wie der Held gezögert hat, aufzubrechen, so zögert er nun, zurückzukehren. Aus der Weite in das Enge, aus der Gefahr in die Sicherheit, aus dem aussergewöhnlichen in das gewöhnliche.  Er hat eine andere Welt entdeckt, eine andere Form der Existenz voller Schätze, welche vielleicht nichts anderes sind als die Erlebnisse, die ihn geformt haben. 
 
13. Die magische Flucht.
Der Held wird durch innere oder äussere Umstände zur Flucht zurück zu seinem Ursprung  gezwungen. Aber nur so kann er seinen eigentlichen Auftrag erfüllen, nämlich das Erreichte weiterzugeben. Damit erfüllt er seine Bestimmung.
14. Die Rettung von aussen. Auf seinem Hinweg hat er durch eine oder mehrere Taten gutes Karma akkumuliert. Er hat jemanden gerettet oder eine andere gute Tat vollbracht oder grosse Güte bewiesen. Diese Energie kommt nun zu ihm zurück und rettet ihn aus grösster Gefahr auf seinem Weg zurück. 
 
15. Rückkehr über die Schwelle zurück in den Allrag.
Er trifft auf Unverständnis, Unglauben oder Ablehnung. Er muss seinen „Schatz“ ( Erkenntnis, Wissen, finanzielles Potential) nun irgendwie integrieren und je besser ihm das gelingt, desto besser für alle.
 
16. Herr der zwei Welten.
Dem Held gelingt es, seine neugefundenen  Schätze ( Wissen, Erkenntnis, finanzielles Potential) in seine eigentliche Herkunft, seinen Alltag so zu integrieren, dass es zu einer Harmonisierung seines Inneren mit den äusseren Anforderungen kommt. Daraus folgt die Essenz des wahren Charisma, nämlich aus der radikalen inneren und äusseren Präsenz.
 
17. Freiheit zum Leben.
Dadurch, dass er den Mut hatte, seinen Weg zu gehen, und die Kraft hatte, sich zu bewähren, konnte er Erfahrungen sammeln, die anderen nicht zugänglich sind. Er ist nun in der Lage sein Wissen, seine Erfahrungen weiterzugeben um anderen Individuen oder einer ganzen Gesellschaft zu helfen. Er wird vom lernenden zum lehrenden. Erst dadurch wird der Held zum wahren Helden. Er erfüllt seine Bestimmung und darf nach einem erfüllten Leben sterben.